Karneval der Kulturen 2014

Blindheit 2013

Das war genau genommen mein zweiter Besuch bein Karneval der Kulturen. Ich habe mit letztes Jahr mit einem guten Freund den Umzug angesehen und war nicht besonders begeistert. Irgendwie haben wir es aber geschafft das Straßenfest, auf dem sich einige 100.000 Menschen getummelt haben, zu übersehen. Dabei waren wir vielleicht 100 Meter davon weg. Den Umzug fanden wir nur so mittel spannend Wir waren deshalb nicht all zu lange da und sind dann nach Neukölln aufgebrochen. Fotos habe ich letztes Jahr nicht gemacht, aber googeln hilft.

Samstag und Sonntag: Ich habe den Karneval der Kulturen gefunden

Dieses Jahr war ich besser vorbereitet und habe mich auf der Webseite informiert. Die Seite gibt aber längst keinen vollständigen Eindruck von der Vielfältigkeit, die man dort erleben kann. Ich war etwas voreingenommen, da sich (soweit ich weiß zum ersten Mal in diesem Ausmaß) im Vorfeld einige Kritik bemerkbar gemacht hat.

Wenn man am Halleschen Tor ankommt, kann man von der U1 aus (das ist die U-Bahn, die auf Stelzen fährt) schon einen ersten Eindruck vom Getümmel erhalten. Der erste Musiker sitzt direkt am Ausgang der Haltestelle und gibt elektronische Töne von sich. Direkt auf der anderen Seite des Landwehrkanals steht schon die erste Bühne. Dort spielten die Bohemian Betyarsdie mit ihrem Speedfolk viel Spaß gemacht haben.

Bohemianbetyars auf dem Karneval der Kulturen 2014

Bohemian Betyars mit Kopf

 

Ich würde es Punk-Polka nennen, was die Jungs da gespielt haben. Die Lieder handeln, soweit aus den Ansagen ersichtlich vom Saufen von Frauen und Alkohol und Mädchen. Auf jeden Fall gingen die Musiker und das Publikum gut ab. Am Ende verkündeten sie, im Herbst nach Berlin ziehen zu wollen. Willkommen in Berlin.

Mulitkulti Fressmeile

Von dieser Bühne geht es dann in zwei Richtungen weiter. Man kann ein großes Karee ablaufen in dem sich Fressbude an Verkaufsstand reiht. Gerade an diesem Teil hat dich die Kritik am Karneval der Kulturen festgemacht. Meiner Schätzung nach könnte etwa die Hälfte der Stände auch auf einer rheinischen Kirmes stehen. Ein weiteres Viertel sind Verkaufsstände, die etwas ungewöhnlicher sind und das letzte Viertel ist wirklich speziell.

Unter diesen Ständen finden sich viele, die offensichtlich bereits seit längerem improvisiert sind. An einigen wird Live-Musik aus dem Herkunftsland gespielt, an vielen Folklore aus der Konserve. Es gibt skurrile Schilder wie an einem Stand an dem „polnisches Volksholz“ angeboten wurde. Am Ende waren es nur Schnitzwerk unseres östlichen Nachbarn. Ich muss mal dringend die Bekannten, die gerne Biere ausprobieren zu Pfingsten nach Berlin locken. Das Angebot an außergewöhnlichen Bieren aus aller Welt reicht für mehr als drei Tage, eher drei Monate.

Ist diese Verteilung von reinem Kommerz und Außergewöhnlichem nun gut oder schlecht? Ich bin am Ende nicht ganz entschieden. Es wird wohl auch zur Finanzierung beitragen und so geht es wohl noch in Ordnung.

Karneval der Kulturen auf dem Blücherplatz

In der Mitte der Fressmeile liegt der Blücherplatz, auf dem viele Kulturvereine etwas veranstalten. So habe ich Spanier (oder Katalanen?) beim Pyramiden bauen gesehen.

Spanische Pyramide auf dem Karneval der Kulturen

Spanier beim Hochstapeln

Daneben bot ein türkischer Kulturverein die ganze Zeit Programm. So habe ich zum ersten Mal die türkische Folklore, die relativ wenig dynamisch ist (Ich habe keine Ahnung wie man sie nennt), live gesehen. Der Sänger war so unbeweglich, wie die Musik dynamisch ist.  Ich habe erstmals verstanden, wieso man diese Musik mögen kann. Zudem gab es dort Fleisch im Brot sowie Bier zu zivilen Preisen.

Auch nach Einbruch der Dunkelheit war der Blücherplatz sehr gut besucht. Aus allen Ecken tönt Musik. Das ganze wirkt erfrischend unorganisiert, tolerant und vielfältig. Hier ist wirklich „Karneval der Kulturen“.

Am Ende habe ich das Straßenfest als genau das erlebt: Ein Fest für die Menschen, die in aus aller Welt nach Berlin gekommen sind um hier zu leben oder auch nur um einige gute Tage zu verbringen. Wenn sich der Kommerz weiter im Rahmen hält, kann es noch für viele Jahre ein tolles Fest sein. So ist es auf jeden Fall eine absolute Empfehlung von mir.

 

 

 

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