Gedenken an die Opfer von Utoya

Ich weiß noch wo ich war, als mich die Nachricht erreichte. Ich war mit einer Gruppe des Bundespresseamts auf einer Spreefahrt durch das Regierungeviertel. Das Wetter war kalt und regnerisch und die Gruppe, in der viele Jusos waren, war entsetzt. In den folgenden Stunden versuchten wir an die neuesten Nachrichten zu kommen.

Schon bald wurde das grauenvolle Ausmaß der Tat deutlich, die eine ganze Generation von norwegischen JungsozialistInnen betraf. Ich habe dann viel über den Zusammenhalt in der norwegischen Arbeiterpartei gehört, die viel mit dem Mythos Utoya zu tun hat, da ein großere Teil der Aktiven an den Ferienlagern teilgenommen hat. Diesen Zusammenhalt, der sich auch in der Reaktion auf das Geschehen zeigte, fand ich bewundernswert.

Imponiert hat mir die Haltung des Ministerpräsidenten Stoltenberg, der als Reaktion auf das Massaker mehr Demokratie, mehr Offenheit und mehr Menschlichkeit gefordert hat. Diese Größe im Angesicht einer Katastrophe hebt sich so wohltuend von all denen ab, die meinen die Freiheit zu verteidigen indem sie sie beschneiden durch mehr Überwachung und Eingriffe in die Freiheitsrechte.

Gestört hat mich die folgende Fixierung auf den Täter und seine ideologischen Motive. Die härteste Strafe für solche Menschen ist das Vergessen. Sein Name wird hier nicht erwähnt.

Was mich interessiert hätte wären Berichte über die Auswirkungen auf das Zusammenleben und auf die Arbeiterpartei. Davon habe ich viel zu wenig gehört.

Mein Gedenken gilt heute den Opfern, deren Familien und den Überlebenden.

 

 

 

 

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