Krefeld: Rückkehr und Abschied

Ich war zu Besuch in Krefeld.

Aufbruch im Herbst

Mein Aufbruch im letzten Herbst war etwas unrund. Ich musste mein Büro schließen und alle Betreuungsfälle an Kollegen übergeben. Dies war eine der intensivsten Arbeitsperioden in meinem Berufsleben. Ich habe mich nie leicht damit getan, Betreuungen abzugeben und nun musste ich von allen Betreuten Abschied nehmen. Natürlich war mein Verhältnis nicht zu allen gleich intensiv, aber einige waren mir doch ans Herz gewachsen und den ein oder anderen habe ich beinahe 15 Jahre begleitet. Dazu war jeder Abschied mit einer Menge Papierkram, Abrechnungen, Aktenübergabe usw. verbunden. Fast alles ist glatt gelaufen, der Stressfaktor war dennoch hoch. Gleichzeitig habe ich noch den Rest unseres Hausstandes nach Berlin gebracht, das Haus entrümpelt, den Sperrmüll bestellt und und und. So war mein Abschied, wenn auch lange geplant und erhofft, am Ende gefühlt plötzlich und überraschend.

Rückkehr im Frühjahr

Bis auf einen Kurztrip zu Karneval war ich seitdem nicht mehr in der Stadt, die für mich über 40 Jahre Heimat war. In meinem Urlaub habe ich deshalb die Gelegenheit genutzt, einige Tage in Krefeld zu verbringen. Ich musste noch einiges erledigen und hatte das Gefühl noch etwas emotional aufarbeiten zu müssen.

Zunächst stand aber eine ganze Menge praktischer Arbeit an. Nach einem halben Jahr war es dringend nötig, das Haus von oben bis unten zu putzen. Dabei wurde ich von meiner Mutter unterstützt, die uns im letzten Jahr auf vielerlei Arten unterstützt hat. Vielen Dank dafür. Dann habe ich alle noch im Haus verbliebenen Gegenstände in einen Raum gebracht und mich im Garten mit dem Rasenmäher durch kniehohes Gras gekämpft. Mein altes Büro, das als letzter Raum noch funktionstüchtig war, wurde von mir in Kisten gepackt und die Möbel abgebaut.

Schließlich habe ich noch den unteren Bereich des Treppenhauses mit eilig gekauftem Material neu gestrichen. Diese Kosmetik war notwendig, da gerade der Eingangsbereich von unseren Hunden verschmutzt worden war. So wirkte das Haus auf den ersten Blick abgewohnt, auch wenn sonst alle Renovierungsmaßnahmen regelmäßig durchgeführt wurden. Nach einem langen Gespräch mit unserem Makler erschien dies als gute Lösung die Verkaufschancen zu erhöhen. Das Haus an sich ist grundsolide und so soll es auch wirken. Gerade die Renovierung war viel Arbeit. Es war zwar eine weit übersichtlichere Arbeit als die grundlegende Aufarbeitung eines Hauses von meiner Kollegin (bei der ich auch ein paar Stunden mitgeholfen habe) aber für die kurze Zeit war genug zu tun.

Wiedersehen mit Freunden und ein historischer Sieg

Natürlich habe ich die Zeit auch genutzt, mich mit Freunden zu treffen. Das hat mir schon mal zwei schöne Abende beschert. Auch die langen Gespräche mit meiner Mutter haben mir Spaß gemacht.

Der Höhepunkt war aber die Kommunalwahl, bei der es der SPD-Krefeld zum ersten Mal seit Jahrzehnten gelungen ist vor der CDU zu landen. Mein lieber Freund Frank Meyer hat an diesem Sieg einen großen Anteil. Ich wünsche ihm bei der Oberbürgermeisterwahl im nächsten Jahr den Sieg, damit meine Heimatstadt wieder ein fähiges Stadtoberhaupt erhält. Dieses Jahr hat sich der Amtsinhaber Gregor Kathstede noch gedrückt, das ist nächstes Jahr nicht mehr möglich.

Zudem hat die SPD endlich die Verjüngung der Ratsfraktion geschafft. Dabei haben es einige Leute geschafft, die ich gut kenne und denen ich den Erfolg gönne. Ich denke, dass deren Engagement den Verlust an Erfahrung durch das Ausscheiden einiger erfahrener Ratsmitglieder wett machen wird. Die SPD ist jetzt in der Verantwortung zu liefern, was viel Arbeit bedeutet.

Der Abend war dann auch außerordentlich vergnüglich, was sicherlich auch daran lag, dass immer wieder ein gewonnener oder noch besser gekippter Wahlkreis zu vermelden war. Die Feier dauerte also etwas länger und ich wollte mich nicht verabschieden. Zwischendurch habe ich mich mit einer anderen Berlinerin über das Ergebnis der Volksabstimmung zum Tempelhofer Feld unterhalten.

Abschied vom Haus

Durch den Stress bei meiner Abreise im Herbst habe ich nicht wirklich emotional von unserem Haus und von Krefeld Abschied genommen. Das habe ich jetzt nachgeholt. Wenige Tage nach meinem Geburtstag habe ich mich an die großartigen Geburtstagsfeiern erinnert, die wir in unserem Garten gefeiert haben, auch an die Grillabende, die wir mit Freunden auf unserer Terrasse verbracht haben und an lauen Sommerabenden bis tief in die Nacht über Gott und die Welt erzählt haben. Dabei wurde ich schon etwas wehmütig. Ich bin nochmal durch alle Zimmer gegangen und habe Fotos gemacht um mich in Jahren noch daran erinnern zu können, wie alles ausgesehen hat.

Wenigstens hat mir Krefeld die Freude gemacht, mir zum Abschied mit typischem niederrheinischem Mistwetter nachzuwinken.

 

Abschied von unserem Haus in Krefeld

Abschied von unserem Haus in Krefeld

 

Als ich dann in Tegel in den Bus stieg dachte ich:

Auf Wiedersehen Krefeld!

Berlin: Gut wieder da zu sein.

 

 
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