Berlin: Das erste halbe Jahr (Überblick)

Mit dem offiziellen Ende meiner Probezeit ist mir klar geworden, dass ich inzwischen ein halbes Jahr komplett in Berlin lebe.

Das ist für mich ein Grund mal einen Überblick zu geben und mir selbst über die Entwicklung Rechenschaft zu geben. Ich habe vor, in den nächsten Tagen noch zu einzelnen Bereichen mehr zu schreiben.

Zuerst einmal finde ich Berlin weiterhin eine tolle Stadt. Ich lebe gerne hier und genieße es täglich über den Alexanderplatz zu blicken. In der U-Bahn sind Verrückte und das finde ich meistens lustig.

 

Ich habe noch nie eine gute „Echte Berliner Currywurst“ gegessen und habe nicht vor, das noch öfter zu probieren. Dafür habe ich schon leckere Ketwurst (wg. Ketchup) oder Kettwurst (da als Kette hergestellt) gegessen. Das ist zwar auch keine kulinarische Offenbarung, aber echte DDR-Romantik. Am Prenzelberg gibt es sie neben Bio-Fritten, am Ostkreuz neben Nazis.

Zur Arbeit hier nur so viel: Ich bin in einem netten Team und fühle mich wohl. Die Arbeit macht mir Spaß und das könnte für mich zum Problem werden. Dazu bald mehr.

Ich bin netten Leuten begegnet und beginne erste Freundschaften zu schließen. Das fühlt sich gut an.

Ich war einige Male im Theater, auf ein paar Konzerten, selten im Kino und viel zu wenig in Museen. Eigentlich hatte ich mir mehr vorgenommen, war aber oft zu müde etwas zu unternehmen. Und die Berliner Anfangszeiten bei Konzerten vertragen sich über die Woche nicht mit der Tatsache, dass ich vor 6 aufstehe.

Ich habe wieder mit dem Laufen angefangen und daran meistens Spaß. Die ganz große Begeisterung ist aber noch nicht aufgekommen.

Jetzt soll mal der Sommer kommen. Auch wenn dieser Winter nicht besonders hart war, freue ich mich darauf, wieder mehr draußen zu sein und auf die Sommer-Events. Bei -15 Grad und Ostwind morgens um halb sieben auf dem offenen Bahnsteig zu stehen, war nicht schön.

Ich war einmal in Krefeld, das mir gleichzeitig vertraut und fremd vorgekommen ist. Es war gut etwas Karneval mitzubekommen. Das habe ich mir als Tradition vorgenommen.

Das Haus in Uerdingen ist immer noch nicht verkauft, der Makler genervt und wir ausgebremst was die Neuorientierung angeht. Gleichzeitig steigen die Preise in Berlin weiter. So leben wir in einem Provisorium, das eine gewisse Dauerhaftigkeit bekommt.

Ich bin reichlich urlaubsreif und freue mich schon auf die zwei freien Wochen im Mai.

Wir haben hier eine Stammkneipe, bei der ich ohne lange Nachfrage mein Kaltgetränk geliefert bekomme. Auch das ist ein Stück Heimat.

Wir machen in unserer netten Abteilung etwas Politik und ich kann meinen Hang zur Netzpolitik ausleben. Auch das ist gut.

Also ein erstes vorsichtiges Fazit: Vieles entwickelt sich, das meiste zum Guten und die grundsätzliche Entscheidung bedauere ich keinesfalls.

Das Leben bleibt eine Baustelle, die Umrisse des Gebäudes sind zu erkennen und es kann ein tolles Haus werden. Bis dahin bleibt noch einiges zu tun.

In den nächsten Tagen mehr.

 

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